Die Seenotretter

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Mittwoch, 3. Mai 2023

36. Von Stralsund nach Lohme - oder auch nicht!

Abendstimmung von gestern - Nachlieferung!


Die Morgenstimmung heute, fast genauso, nur andere Richtung!

Seit heute 24 Uhr ist die Ebbe bei unserem Datenvolumen überstanden - ich kann also aus dem Vollen schöpfen. Das heißt, ich könnte, aber da wo wir jetzt sind, is das Netz ziemlich grottig!

Wo wir jetzt sind? Immer mit der Ruhe und ganz von Vorn!

Wir legen ab in Stralsund, es ist 6.50 Uhr, bei dieser Stimmung. Windfinder verspricht moderate Bedingungen.


Die Stralsunder Kulisse macht auch bei der Abfahrt ordentlich was her - I love Stralsund!







Die Rügendammbrücke sieht man noch ewig weit.



Stimmung aufm Wasser mega ... und es hat mehr Wind als vorhergesagt.







Neben der Fahrrinne wirds schnell sehr flach!


Wind und Welle wird deutlich mehr ... und beim Blick nach hinten ... was sehen meine Äuglein, da kommt was mit Megawumms daher. Ein Offshore Versorger. Er fährt grade 21 Knoten.


Und ganz sicher wird er uns gleich überholen! Na dann, schnell noch in die Kombüse gespurtet, einiges sichern was noch so rumsteht. Die Tomaten müssen weg, Nespressokapseln fliegen schon, alles was ich greifen kann schmeiss ich ins Waschbecken zur "Flugsicherung". Noch schnell die Schranktüren verriegeln, und ach jaaa, den Tisch fixieren, dann wieder nach oben, bevor der ganz große Wumms kommt - es is eh schon bisschen heikel bei dieser Welle - und es sind ca 1,5 Meter - sich im unteren Schiffsteil rumzutreiben. Da kann´s einem schnell zum Kotzen werden.

Immerhin drosselt das Offshorerteil seine Geschwindigkeit zum Überholen auf 10 Knoten - aber Leute, 10 Knoten sind ne Menge Holz ... in unserem Fall Wasser! Wer sich auskennt, weiß beim nächsten Bild Bescheid was abgeht beim Überholvorgang.



Ich steh ganz hinten, gut eingespreizt - Cheffe am Ruder hat mächtig zu tun, um diese "Monsterwelle" ordentlich auszubügeln und dabei in der Fahrrinne zu bleiben - die Buben merken unsere Anspannung und quetschen sich dicht an meine Füße. 


Alles geht gut, nur in den Schränken klingelts ordentlich!
Unsere Fahrt könnte jetzt ruhiger weitergehen, wenn da der Wind nicht wäre ... und unsere Hoffnung, dass die Welle weniger wird mit fortschreitender Strecke erfüllt sich leider nicht!


Tonne Nr. 7 - unser Point of last return. Hier muss Cheffe den Kurs nochmal um 10 Grad ändern - heißt, ab jetzt Welle komplett von der Seite. Nur ein ganz kurzes Stück testet Cheffe diese Situation, dann kurz und knackig: "SO! Wir drehen um! Wir laufen Barhöft an!" Also wieder zurück, wieder an Hiddensee vorbei, nicht nach Lohme und auch erstmal nicht nach Bornholm wie geplant. Soviel zu ...



Zackig wird gewendet, ab jetzt Welle von seitlich/hinten. Kotzwelle also. Is aber gut auszuhalten ... jedenfalls bis Gegenverkehr in Sicht kommt. Die PRIEGNITZ von der Küstenwache. Die hat auch ordentlich Wumms. Cheffe bittet mich, auf der Karte die Wassertiefe neben der Fahrrinne zu checken. Mach ich auch sofort, aber ein Blick auf die Karte und mir wird schlecht. Geht mal gar nicht! Während Cheffe überlegt, wies am Besten an der Küstenwache vorbei geht, überlge ich wo, für's Speiben, Luv und Lee is. Oder - falls ich indoorkotzen muss, WOHIN?? Da wäre dann ein Hundebett im Angebot. 
Doch meine Lage beruhigt sich ohne output und Cheffe funkt die Küstenwache an. Zeitgleich ist schon deutlich zu sehen, dass sie Geschwindigkeit rausnehmen. Sie antworten auch am Funk: "Wir ham euch schon gesehn!" Sehr zivil fahren sie an uns vorbei. Vielen Dank an die Küstenwache!!


Der Lotsenhafen Barhöft ist bald erreicht. Wir dürfen an der Spundwand zwischen den Fischerbooten festmachen. 


Wo jetzt genau!?!?


Na, dazwischen eben.



Mit dieser Aussicht!


Ach was is das schön ruhig hier! Und schaukeln tut rein gar nix!
Apropos Schaukeln - heil geblieben is alles. Gescheppert hats am Meisten im Weinkeller ...
Für Casino Royale Fans: Geschüttelt oder gerührt? Seh' ich aus, als wenn mich das interessiert?


Nespresso an Spülwasser ...


... oder blauen Trauben


Wie immer dürfen zuerst die Buben raus. Hier in Barhöft kann man wunderbar mit ihnen rumspazieren.











Während wir nach dem Hundesausi lecker Spargel essen - das hammer uns heut sowas von verdient ...


... wird hinter der Madame der Fang des Tages ausgeladen.



Unser Dessert nehmen wir im kleinen Café am Hafen


Mit bisschen Ambiente ...



... Möwen samt Schiss gehören da unbedingt dazu.


Nachmittags telefoniert Cheffe schon mal mit dem Hafenmeister in Kloster auf Hiddensee. Da solls morgen hingehn. Und wenns so kommt wie vorhergesagt, werden wir eine ganze Weile auf Hiddensee bleiben. Es kommt wieder eine laaange Starkwindphase - da wirds ordentlich knattern!

Beim Nachmittaggssausi entdecken wir einen wunderbaren Waldweg. Der Weg führt uns zur Aussichtsstelle Boddenblick ...




100 Meter weiter führt der Weg über eine Treppe zum Aussichtsturm Barhöft - ehemaliger DDR - Beobachtungsturm. 



Bis 22 Uhr darf man den Turm besteigen gegen das sagenhafte Entgelt von 1 Euro.  Da werden wir heute zum Sundowner nochmal hintigern.
Der Blick ist schon ohne Turmbesteigung herrlich.


Um 8 besteigen wir den Turm - also ich besteige den Turm, Cheffe isses nicht geheuer und er dreht wieder um. Wahrscheinlich hatte er heute schon genug Abenteuer. Immerhin ist der Turm 38 Meter hoch und es gilt 130 Stufen zu bewältigen - immer mit Durchblick nach unten. Ich stell mir grad die Besteigung im Brautkleid vor - Warum? Darum!


Der Ausblick oben gigantisch ...


Im Hintergrund Hiddensee


Leuchtturm Hiddensee



Alter Funkturm







Zurück am Hafen gibts noch ne Überraschung. Das Offshore-Monster von heut früh liegt am Kai.


Da schauts - da wird einem scho anders, wenn der hinter Einem her is!


Da dreh ich mich doch lieber um und fotografier in die andere Richtung - da siehts friedlicher aus ...





Fazit des Tages:

- Vorhergesagt war wenig Wind,
- das hat leider ned gestimmt.
- Für morgen sagt er fast KEIN Wind,
- mal schaun ob das dann morgen stimmt!
- HAHA, Vorhersag soll mal richtig sein???
- da lachen ja die Hühnerlein.
... Möwen ooch!


- Frage: Woher kam der viele Wind??
- Na von da, wo sehr sehr viele Möwen sind!




1 Kommentar:

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